Seit rund eineinhalb Jahren ist Pater David im Pfarrverband tätig, in dieser Zeit hat er Land und Leute kennengelernt – und die Leute ihn. Der Pfarrvikar gilt als sehr populär. Er hat vielen in schwierigen Momenten geholfen und freudige geteilt. Er hat Gottesdienste gehalten und sich auch im gesellschaftlichen Leben bestens integriert. Viel Bewunderung hat er vor allem durch das rasante Tempo erfahren, mit dem er sich der deutschen Sprache bemächtigt hat. Und doch, gerade in den letzten Wochen mischten sich Sorgenfalten in das ansonsten stets so freundliche Gesicht. Seine Gedanken sind vor allem bei seiner Heimat und seiner Familie.

Was war passiert? Ein Hurrikan traf im November Indien. Die Katastrophe ging durch die Medien. Er verwüstete eine große Region. Opfer wurde auch die Familie des Pfarrvikars. Das Haus seiner Schwester wurde komplett zerstört, das seiner Eltern steht nur noch zur Hälfte und dient jetzt als Provisorium für die ganze Familie. Mehr noch: Die Kokosplantage, Lebensgrundlage der Angehörigen von Pater David, fiel ebenfalls der Naturkatastrophe zum Opfer, und der Bruder des Geistlichen erlitt kurz darauf einen Herzinfarkt, wie Elisabeth Göblmeier am Sonntag beim Dreikönigsgottesdienst sagte. Eine Krankenversicherung gibt es dort nicht, die Operation und alle weiteren Maßnahmen müssen privat finanziert werden.

Elisabeth Göblmeier gehört zum Missionsausschuss, der sich früh mit dem Schicksal der Familie von Pater David auseinandersetzte. Eine Idee wurde geboren: Aus alten „Lob Gottes“ wurden die Seiten herausgetrennt und daraus Sterne und Engel gebastelt und zum Verkauf angeboten. „Viele fleißige Hände haben daran gearbeitet“, blickte Göblmeier zurück. Mit Erfolg, denn die Idee kam an.

Beim Dreikönigsgottesdienst konnten Elisabeth Göblmeier, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Dagmar Feicht und Kirchenpfleger Bertram Neureiter schließlich einen Scheck in Höhe von 2250 Euro übergeben. Weitere Spenden seien beim Konto des Pfarr-Caritasvereins Hirschbach zusätzlich eingegangen.

Pater David zeigte sich zutiefst dankbar für die erwiesene Großzügigkeit, um seiner Familie zu helfen. Dank sagte er auch Pfarrer Hans Heindl und dem Team um Elisabeth Göblmeier für die tatkräftige Unterstützung. Die Besucher des Gottesdienstes spendeten viel Applaus, der auch dem Kirchenchor unter der Leitung von Claus Gerleigner und Organist Markus Neumayer für die Gestaltung des Gottesdienstes galt. Den Gottesdienst hatte Pater David selbst zelebriert. Dabei kehrten auch die Sternsinger wieder zurück, die am Neujahrstag von Pfarrer Hans Heindl ausgesandt wurden. Pater David sammelte die Sternsinger um den Altar, um gemeinsam das „Vater unser“ zu beten.

Um die Familie von Pater David beim Wiederaufbau zu unterstützen, hat der Pfarr-Caritasverein Hirschbach bei der VR-Bank Rottal-Inn folgendes Spendenkonto (Verwendungszweck INDIEN angeben) eingerichtet: IBAN DE77 7406 1813 0002 5122 97. Die Spendenaktion ist befristet bis zum 31. Januar 2019.