„Gespannt“ sei er auf das Pfarrfest, verriet Pfarrer Hans Heindl schon Tage vor dem großen Ereignis. Auch im Gottesdienst zum Patrozinium „Maria Himmelfahrt“ machte er die ein oder andere Andeutung. Und dann erlebte der Geistliche ein Pfarrfest der Superlative.
Doch der Reihe nach, denn zunächst einmal stand der Gottesdienst im Fokus, den Heindl mit Pfarrvikar Pater David Gabriel zelebrierte. Die Pfarrkirche war überfüllt, einige Besucher verfolgten die Messe vor der geöffneten Türe mit. Es gebe Tage, an denen man sich bewusst machen müsse, wie reich belohnt man im Leben wird, sagte Heindl. „Uns steht ein ungeheurer Reichtum offen, denn uns steht der Himmel offen.“
In seiner Predigt zeichnete er ein Bild von Maria, der Mutter Gottes. Sie habe ihr Leben uneingeschränkt in den Dienst Gottes gestellt und sei mit Leib und Seele in den Himmel abberufen worden, meinte er mit Verweis auf ein Bildnis am Hochaltar. Sie sei Königin, aber keine Majestät, vor der wir uns verbeugten. Vielmehr sei sie Frau und Mutter, „die wir Menschen so nötig brauchen“. Menschliches Schicksal sei Maria nicht fremd.
Heindl warnte davor, sich einzureden, dass nur der materielle Überfluss zufrieden mache. „Wir brauchen jemanden, der uns den Weg zum Leben zeigt – jemanden wie Maria“, betonte Heindl. Sie sei mehr Mutter als Königin und ganz nahe dran am Leben der Menschen. Das Leben Marias sei Vorbild. Später segnete er die Kräuterbuschen, die von Mitgliedern des Seniorenclubs gebunden worden waren.
Am Ende des Gottesdienstes wurde auch heuer der Ehrenpreis der Pfarrei vergeben. Die Wahl fiel auf Monika Wesinger-Demuth. Sie sei über Jahre hinweg in der Pfarrgemeinde engagiert, unterstrich Heindl. 1998 wurde sie erstmals in den Pfarrgemeinderat gewählt und gleich dessen Vorsitzende. Das Amt übte sie bis 2006 aus. Der Pfarrer verwies auch auf die vielen weiteren Tätigkeiten Wesinger-Demuths in Ausschüssen, unter anderem in den Bereichen Familie und Jugend, Feste und Liturgie.
Auch um den „Tag der Alten und Kranken“, das ist heute der „Tag der Begegnung“, habe sie sich mit viel Einsatz verdient gemacht, so der Geistliche. Als Vertreterin des Pfarrgemeinderates wurde sie auch in die Kirchenverwaltung entsandt. Sie ist als Lektorin tätig und formuliert Fürbitten. „Der Glaube spielt eine große Rolle in ihrem Leben, das sie aus dem Glauben heraus gestaltet“, sagte Heindl. Gemeinsam mit Pfarrgemeinderatsvorsitzender Dagmar Feicht und Kirchenpfleger Bertram Neureiter überreichte er Monika Wesinger-Demuth ein Gemälde des Lenghamer Malers Bernhard Gerner, das die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt zeigt.
Nach dem Gottesdienst wurde im Pfarrgarten gefeiert – mit viel Musik und Kulinarik. Übers Mahl spielte die Feuerwehrkapelle Unterzeitlarn, am Abend kamen dann die Hirschegg Buam. Der Dank von Pfarrer Heindl galt den vielen helfenden Händen um Alois Dobler, die auch heuer umfangreiche Vorarbeiten für ein gelungenes Pfarrfest nicht scheuten. Ebenfalls als Publikumsmagnet erwies sich einmal mehr der Flohmarkt. Schon kurz nach der Eröffnung war das Pfarrheim Bruder Konrad bestens besucht.
 
Viktor Gröll