Es war ein Erntedankfest wie aus dem Bilderbuch. Bei Kaiserwetter mit strahlend blauem Himmel und Temperaturen jenseits der 20 Grad nahmen am 29.09.2019 Hunderte Gläubige zunächst am Erntedank-Festzug und am Gottesdienst unter freiem Himmel am Neuen Marktplatz teil. Auch der weltliche Teil, das Erntefest, fand großen Anklang.
Traditionell führte der Zug von der Emil-Schwate-Straße durch die Hofmark bis zum Neuen Marktplatz. Neben den Fahnenabordnungen der Vereine gehörten auch wieder mehrere Wagen zum Ernte-Festzug. So zogen etwa die prächtige Erntekrone, der Brauereiwagen, das Modell der Pfarrkirche und ein schön geschmückter Erntewagen die Blicke auf sich. Auch die moderne Landwirtschaft war in Form eines Bulldogs neuer Prägung, gefahren von Bernhard Baumgartner, dabei. Vertretern waren auch Bürgermeister Josef Hasenberger und seinen beiden Stellvertreter Franz Thalhammer und Dagmar Feicht.
Natürlich durften auch die Kindergartenkinder nicht fehlen. Sie übernahmen zudem einen wichtigen Part im Gottesdienst, als sie die Erntegaben zum Altar brachten und auch musikalisch einige Beiträge beisteuerten. Mit dabei waren auch zahlreiche Kommunionkinder.
„Wia sogt ma?“, fragte Pfarrer Hans Heindl eingangs seiner Predigt und spielte damit auf das obligatorische „Danke“ an – eine Frage, die man vor allem Kindern stelle. Warum das Eltern seit Generationen wichtig sei, habe viele Gründe. Höflichkeit nannte Heindl, aber auch den guten Umgangston. Schließlich seien „Bitte“ und „Danke“ Zauberwörter. Sie könnten Freude ins Gesicht und ins Herz hinein zaubern.
Dank sagen wolle man auch für alles, was die Bauern ernten und dafür, dass es die Bauern überhaupt gebe. „Dass Sonne und Regen dafür sorgen, dass etwas wachsen konnte.“ Es gebe aber noch viele andere Früchte, so Heindl. Freundlichkeit etwa, aber auch gute Worte und eine gute Idee zählte er dazu. „Alles, was ich geben und teilen kann, wird reiche Früchte tragen“, war er sicher. Gerade Kinder könnten da übrigens besonders großzügig sein, meinte er . Ein guter Grund, dass auch die Kinder einmal fragen: „Wia sogt ma?“.
Für den richtigen Takt beim Umzug und die musikalische Umrahmung beim Gottesdienst sorgte das „Blechwerk“ der Sing- und Musikschule. Pfarrer Hans Heindl dankte am Ende des Gottesdienst allen, die zum Gelingen des Erntedankfestes in der Vor- und Nachbereitung beigetragen haben. Zuvor segnete er die Erntesträuße, die auch heuer vom Frauenbund verkauft wurden.
Zum weltlichen Erntefest gehörte viel Kulinarik aus der Wasner-Küche. Festwirt war heuer Hannes Weber. Aber auch ein Handwerkermarkt war auf dem Rathausvorplatz aufgebaut. Und Veranstaltungsleiter Georg Friedenberger von der Kurverwaltung konnte erstmals die neue Mostkönigin Carolin I. im ländlichen Bad begrüßen.
Das weitere Programm gestalteten die Massinger Brotzeitmusi, die Innviertler Trachtengruppe aus Hartkirchen und die Altbachtaler aus Wittibreut mit Fuhrmannpeitschen und Apergeaßln. Brauchtumsexperte Hans Riederer hatte für die Besucher viel Wissenswertes über Land und Leute und übers Brauchtum rund um Erntedank im Gepäck. Schon am Vorabend ging es beim gut besuchten Volksmusikabend im Artrium um dieses Thema.
 
Viktor Gröll