Es waren gleich drei Ereignisse, die dem Neujahrsgottesdienst in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt ihren Stempel aufdrückten. Zum einen wurden traditionell die Sternsinger durch Pfarrer Hans Heindl ausgesandt, zum anderen hieß es Abschied nehmen von Kirchenpfleger Hermann Müller. Gleichzeitig konnte Heindl mit Bertram Neureiter einen Nachfolger für Müller präsentieren und zudem die komplette, neu gewählte Kirchenverwaltung den Gläubigen vorstellen.

Doch der Reihe nach. Gleich zu Beginn sagte Pfarrer Hans Heindl, man schlage das erste Kalenderblatt des Jahres auf. „Was werden die Tage dieses Jahres bringen?“, fragte er . Er dankte all jenen, die im Leben der Pfarrei einen Beitrag geleistet haben. Ohne die vielen Ehrenamtlichen wäre die Pfarrei nicht lebensfähig, betonte er und sprach von „großem Einsatz und christlichem Zeugnis“.

Noch vor dem Segen für Wasser, Weihrauch und Kreide ging er auf die ursprüngliche Bedeutung des Wortes ein. „Segen, das heißt bezeichnen“, erläuterte er und wünschte sich: „Bezeichnet soll das Jahr werden unter dem Kreuz.“ Mit Wasser, Weihrauch und Kreide werden die Ministranten als Sternsinger wieder von Tür zu Tür gehen und mitunter die Kurzform für die lateinische Bitte C+M+B für („Christus mansionem benedicat“ – Christus segne dieses Haus) an die Türen schreiben. Für Peru engagieren sich die Minis, wie sie selbst erklärten, unter anderem speziell für behinderte Kinder, die dort leben und es doppelt schwer haben. Für viele von ihnen sei ein Schulbesuch gar nicht möglich. „Segen bringen, Segen sein“ – das ist es, was die Minis in den nächsten Tagen in die Tat umsetzen werden.

Der Neujahrstag sei auch ein wichtiger Stichtag, denn damit trete die neue Kirchenverwaltung ins Amt, sagte Pfarrer Heindl. Er erinnerte zunächst an Hans Lindl, der im August völlig überraschend verstorben war. „Wir sagen ihm posthum Vergelt‘s Gott“, betonte der Pfarrer angesichts der großen Leistungen Lindls für die Pfarrei. Bis zuletzt war er Mitglied der Kirchenverwaltung, die Tätigkeit übte er seit 1994 aus. Zuvor war er von 1965 bis 1966 Schriftführer im Pfarrfestausschuss, von 1968 bis 1971 Pfarrgemeinderat.

Auch die Liste der Verdienste von Hermann Müller ist lang. Seit den 70er Jahren war er im Pfarrgemeinderat, zeitweise sogar dessen Vorsitzender, wie Pfarrer Hans Heindl sagte. Seit 1988 gehörte Hermann Müller ununterbrochen der Kirchenverwaltung an. Ende 2007 trat er dann nach dem tragischen Unglückstod von Albert Göblmeier dessen Nachfolge als Kirchenpfleger an. Maßgeblich habe er viele Projekte begleitet, betonte der Pfarrer und würdigte Müllers Organisationstalent und den großen Sachverstand des scheidenden Kirchenpflegers. Die Nebenkirchen seien ihm immer am Herzen gelegen. Besondere Erwähnung fand natürlich die Außen- und Innenrenovierung der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Bad Birnbach. Das sicherlich größte Projekt in seiner Amtszeit sei nun komplett abgeschlossen und abgerechnet, so Heindl. Auch Müllers Verdienste rund um den Friedhof erwähnte der Pfarrer.

„In großer Treue haben Sie unermüdlich im Dienste der Pfarrei geleistet, stets in kollegialer Zusammenarbeit mit den anderen Kirchenverwaltungsmitgliedern. Wir hatten mit Ihnen richtiges Glück“, meinte der Pfarrer. Die Gläubigen sahen das wohl ebenso und spendeten lange anhaltenden Applaus.

Der neue Kirchenpfleger heißt Bertram Neureiter. Neben ihm gehören Michael Zauner, Bernhard Hölzl, Erich Müller, Jochen Peters, Martin Tropp, Manfred Wellnhofer und Christine Feilhuber der neuen Kirchenverwaltung an. Nach dem Gottesdienst traf man sich mit Hermann Müller noch im Pfarrheim.

 

Viktor Gröll