Dass der Gottesdienst am 2. Adventssonntag ein ganz besonderer werden würde, das sahen die Besucher schon, als sie die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt betraten. Überall im Gotteshauses verteilt waren Kamerateams des Bayerischen Rundfunks zugegen. Sie übertrugen den Gottesdienst live im Fernsehen.

Bereits vor dem eigentlichen Gottesdienst hatte der Beauftragte der Bayerischen Bischofskonferenz für die Fernseharbeit, Msgr. Erwin Albrecht, die vielen Gläubigen besucht. Er gab organisatorische Hinweise und dankte allen für die wochenlange intensive Vorarbeit, ohne die der „Fernseh-Gottesdienst“ nicht gefeiert werden könnte.

Zum feierlichen Orgeleinspiel von Dr. Hannelore Putz zog Dekan Dr. Wolfgang Schneider mit einer großen Ministrantenschar in das sehr gut gefüllte Gotteshaus ein. Nach dem gemeinsamen Lied „Macht hoch die Tür“ begrüßte Dekan Schneider nicht nur alle Mitfeiernden in der Kirche, sondern auch alle, die über Fernsehen bzw. Internet live mit dabei waren.
Nach einer kurzen Statio wurden zwei Kerzen des Adventskranzes entzündet, während das Lied „Wir sagen Euch an den lieben Advent“ angestimmt wurde.

Die erste Lesung aus dem Buch Jesaja wurde von Maxi Ortner vorgetragen, anschließend übernahm Gemeindereferentin Teresa Aigner den Kantorengesang. Maria Zimmermann verlas die zweite Lesung aus dem zweiten Petrusbrief. Vor dem Tagesevangelium nach Markus sang Kantorin Aigner den Halleluja-Ruf.

Für seine Predigt hatte sich Dekan Dr. Wolfgang Schneider das Thema „Anfang“ ausgesucht. Mit diesem Wort beginnt das Markus-Evangelium. „Anfang, ein scheinbar einfaches Wort, das aber sehr aufregend, spannend und herausfordernd sein kann“, so Schneider. „Anfangen dürfen nach gravierenden Fehlern ist tröstlich, ermutigend und befreiend. Anfangen können, das erzählt von Kraft, Mut und Selbstvertrauen“, so Dekan Schneider. Anfangen gelinge manchmal leicht, manchmal schwer. Ein erster Schritt sei nötig für einen Anfang, weitere Schritte seien nötig, damit etwas weitergeht.

Die Bad Birnbacher Krippe nahm Dekan Schneider als Beispiel für einen Anfang. Jedes Jahr zu Beginn des Advents wird sie aufgestellt, zwar zunächst noch ohne die Heilige Familie, aber dennoch nicht menschenleer. Die Männer, Frauen und Kinder hätten den ersten Schritt auf die Krippe zugemacht. Die Rottaler Tracht, die die Leute tragen sollen, verdeutliche, dass im eigenen Alltag ein Anfang geschehen kann. Keiner wisse, was auf dem Weg passieren wird, das Ziel, die Verheißung, sei es aber, was ermutigen soll, sich auf den Weg zu machen, sagte Dekan Schneider weiter.

In der Krippe stelle der Stall, in dem Jesus geboren wird, ganz deutlich das Ziel dar, im Leben sei dies nicht immer so klar zu sehen. Zweifel und Skepsis, Scheitern und Niederlagen würden bewirken, dass man den Kopf hängen lässt und nur noch auf den Boden starrt. Genau dann sei es aber wichtig, an den Anfang zurückzugehen. „Mit Jesus Christus fängst du an, besser noch, er fängt mit dir an“, so Schneider. „Trau dir deinen ersten Schritt zu – mutig oder ängstlich, klein oder groß – ich warte auf dich , so spricht Gott jeden von uns an und ermutigt uns, heute den ersten Schritt zu tun.“

Zum Schluss der Predigt lud Dekan Schneider dazu ein, auch zu Hause die Krippe schon aufzustellen und sich eine Krippenfigur für sich selbst herauszusuchen, die einen daran erinnere, den eigenen ersten Schritt auf Jesus hin zu versuchen.

Die Fürbitten wurden von Benjamin Reiser, Angela Scheiblhuber, Thomas Beiler und Angelika Probst verlesen. Zur musikalischen Umrahmung trug neben der Orgel und der Kantorin noch die Duschl-Hof-Musi bei. Am Ende des Gottesdienstes schloss Dekan Schneider in seinen Segen nicht nur die versammelte Gottesdienstgemeinde ein, sondern auch alle Kranken, Behinderten und Einsamen, die über Fernsehen oder Internet mitgefeiert hatten.

Viktor Gröll

 

Bilder zum

Fernsehgottesdienst