Bei der Kindermette quoll die Pfarrkirche St. Petrus diesmal förmlich über. Selbst alle Klappstühle wurden rasch noch aus dem Lager geholt, dennoch reichte es für einige Besucher des Gottesdienstes „nur“ zu einem Stehplatz. So groß der Andrang war, so groß waren während und vor allem nach dem Gottesdienst die Emotionen, denn schließlich besiegelte die Kindermette auch die 28 Jahre des Jugendchores der Pfarrei Bayerbach.

Doch der Reihe nach. PGR-Vorsitzende Maria Hager leitete den Wortgottesdienst, der freilich ganz im Zeichen der Kinder stand. So wurde natürlich die Weihnachtsgeschichte unter der Leitung von Julia Hofbauer nachgespielt. Das Bayerbacher Chörlein lief in der Kindermette noch einmal zur Höchstform auf. 23 junge Sängerinnen scharten sich um Verena Hanner, die für diese Nachmittag eine Reihe von „Weihnachts-Lieblingsliedern“ ausgesucht hatte – Rolf Zuckowskis „Dezemberträume“, „Wenn i immer nu an Engel glaub“, von Nicki oder Selbstgetextetes wie „Macht die Herzen weit“.

Nachdem am Ende des Wortgottesdienstes aus vielen Kehlen „Stille Nacht“ erklungen war, trat Maria Hager noch einmal ans Mikrophon. Sie dankte allen Mitwirkenden, dabei natürlich besonders den Kindern. Dem Chörlein dankte sie extra, das Ende umschrieb sie aber nur vage, nahm dabei vielleicht auch Rücksicht auf den Wunsch von Verena Hanner nach einem „standn“ Abschied. 

Offenbar war es sowohl innerhalb der Pfarrei als auch in der Gruppierung schon seit Monaten bekannt, dass Verena Hanner nicht mehr weitermachen wird. Eine Nachfolge konnte in dieser Zeit nicht gefunden werden. Nach vielen bewegten und erfolgreichen Jahren ließen die Chormädchen ihre Leiterin natürlich nicht „einfach so“ gehen. Im Bürger- und Kulturhaus bereiteten sie Verena Hanner einen würdigen Empfang, texteten „Verdammt lang her“ von Andreas Gabalier in „Es war a schöne Zeit“ um und verabschiedeten sich mit Rosen – in Chörlein-Rosa gehalten – sowie einem von Magdalena Jetzinger überreichtem großem Fotoalbum voller Chörlein-Erinnerungen. Davon gibt es reichlich und gewiss noch viel mer, als in ein Album passen. 

Ein Rückblick: Pater Moritz Sturny, langjähriger Bayerbacher Pfarrer mit unvergessenem Schweizer Charme, wünschte sich eine kleinen Jugendchor. Das Chörlein war geboren. Wir schreiben das Jahr 1991, die Leitung hatte damals Maria Zeindl übernommen. Dann, 1996, stand das Chörlein schon einmal vor dem „Aus“, als Maria Zeindl aus beruflichen Gründen aufhören musste. Verena Brummer, die nach ihrer Hochzeit jetzt Hanner heißt, übernahm die Leitung, und das mit großem Erfolg. 

Das Chörlein wurde zum Markenzeichen und belebte zahlreiche Familiengottesdienste und andere Anlässe in der Pfarrei. Aber auch außerhalb wurde die Formation bei weltlichen Anlässen immer populärer. Viele Hochzeiten wurden gesungen, unvergessen bleibt die Einweihung des Meditationsweges im Bad Birnbacher Kurpark, die vom Chörlein musikalisch von Station zu Station untermalt wurde. Und ja, die Mädchen rockten sogar das Artrium – mit so großem Erfolg, dass nicht einmal der große Saal Pankratius ausreichte, um alle Besucher aufzunehmen. 

Selbst in das kommunalpolitische Geschehen griffen die Mädels ein, nämlich als es um den Bürgerentscheid ging, der klären sollte, ob man ein Bürger- und Kulturhaus in der Dorfmitte braucht. Es bleib aber nicht nur bei der Forderung. Mit dem Erlös aus erfolgreichen Konzerten trugen die jungen Mädchen einen namhaften finanziellen Obolus bei. 

Zurück zur Kindermette: Während des Gottesdienstes blieben alle tapfer, später im Bürger- und Kulturhaus aber brachen die Dämme und die Tränen flossen reichlich. Verena Hanner bedankte sich bei ihren Mädchen und bei allen Eltern und vielen Weggefährten sowie namentlich bei Maria und Franz Hager für die jahrelange Zusammenarbeit. Dank galt auch die Chorpapas Karl Hartl und Rudi Schwarzbauer für die musikalische Begleitung im Bürger- und Kulturhaus. 

Ach ja, wer beim Abschiedslied genau hinhörte, der konnte den Zeilen entnehmen, dass ein Fortbestand als Projektchor noch möglich ist. Einen – allerdings eher weltlichen – Auftritt wird es in jedem Fall noch beim Karpfhamer Fest 2019 geben. Ansonsten gilt, was Verena Hanner sagte: „Wir haben 1996 gemeinsam in der Kindermette unter einem guten Stern begonnen, deshalb soll auch das Ende in der Kindermette 2018 sein.“