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Pfarrkirche St. Petrus – Bayerbach

Pfarrkirche St. Petrus – Bayerbach

Ganz gleich, aus welcher Richtung Bayerbach angesteuert wird – der Kirchturm der Pfarrkirche St. Petrus ist aus allen Richtungen bereits von weitem zu sehen. Neben seiner kirchlichen Bedeutung ist er somit prägend für das Ortsbild von Bayerbach.

Die Bayerbacher Pfarrkirche ist das Zentrum der Pfarrei. Ursprünglich war Bayerbach eine Filiale von Weihmörting, im 16. Jahrhundert dann Viktariat und erst ab 1898 eine eigene Pfarrei.

Bei der Pfarrkirche St. Petrus handelt es sich noch um einen sehr jungen Bau. Von der Vorgängerkirche, die auf dem bekannten Wenig-Stich zu sehen ist, blieb so gut wie nichts erhalten. Diese stammte vermutlich aus dem 15. Jahrhundert.

1855 wurde der neugotische Altarraum der Bayerbache Kirche errichtet. Der Turm wurde 1879/80 gebaut, während das alte Langhaus erst 1916 abgerissen wurde. Damit war die heute sichtbare Kirche erreicht. Strebepfeiler, der spitze Turmhelm und der dreiseitig geschlossene Chor verleihen dem Gotteshaus ein neugotisches Gewand.

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Im Jahr 2003 wurde der Innenraum der Petruskirche renoviert. Die Kirche wurde umgestaltet und farblich aufgewertet. Im Zentrum des Altarraums befindet sich seitdem wieder der Tabernakel, der ebenso wie der Ambo von Wolf Hirtreiter geschaffen wurde. Im Zuge der Kirchenrenovierung wurde der bronzene Tabernakel vergoldet.

Von der barocken Ausstattung sind noch das Triumphbogenkreuz im Altarraum, das Taufbecken, zwei Putti an der Empore und eine Johannes-Nepomuk-Statue aus der Mitte des 18. Jahrhunderts enthalten. Diese befindet sich über dem südlichen Eingang.

Links neben dem Altar befindet sich eine Statue der Mutter Gottes an der Wand, daneben steht der Diözesanheilige Bruder Konrad von Parzham auf einer Säule. Seit 29. Juni 2014 befindet sich über dem nördlichen Eingang eine Statue des Kirchenpatrons, des Heiligen Petrus.

Die Glasfenster stifteten ortsansässige Bürger für die Gefallenen im Ersten Weltkrieg. Das südwestliche Fenster ist dem Heiligen Bruder Konrad von Parzham geweiht.

Das Patrozinium der Petruskirche wird am 29. Juni gefeiert.

 

 

Wallfahrtskirche Langwinkl

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Die Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung zu Langwinkl ist eine der bekanntesten Wallfahrtskirchen im Rottal. Sie wurde vor über 300 Jahren, am 19. Mai 1686 eingeweiht. Damals dauerte es über 50 Jahre, bis das Gotteshaus erbaut war.

Der Fund eines Marienbildes durch den stummen Schmiedesohn Johann Grienwald aus Salzburg auf der Höhe von Langwinkl steht am Anfang der Geschichte. Der von Geburt an stumme Grienwald weilte der Überlieferung nach im Jahre 1629 zu Kur- und Wallfahrtszwecken in der Rottaler Gegend. Dort fand er auf einer Anhöhe bei „Beuerbach“, damals einem prächtigem Edelsitz mit häufig wechselnden Herrschern, besagtes Marienbild, eine Darstellung der Heimsuchung Mariens. Um ein passendes Gestell zur Aufstellung des Bildes anfertigen zu lassen, ging er zu einem Zimmerer. Ein anderes Marienbild, eine Abbildung des berühmten Gnadenbildes aus der Kapelle Mariahilf zu Passau in der Wohnung des Zimmermeisters regte Grienwald zur Wallfahrt nach Mariahilf an.

Nach zwei vergeblichen Wallfahrten zur Gnadenstätte konnte Grienwald nach seiner dritten Wallfahrt nach Passau im Jahre 1633 bereits einige Worte sprechen. Als er nach Bayerbach zurückkam, gewährte ihm der Besitzer von Beuerbach, von Eßwurm, etwa ein halbes Jahr lang Unterhalt, bevor Grienwald mit klarer Sprache zu Weihnachten desselben Jahres nach Passau zurückkehrte. Beim Dank für die Erlösung von seinem Leiden soll ihm die Muttergottes auf einem Mooshügel, ähnlich dem Langwinkl, erschienen sein. Diese Erscheinung regte ihn zum Bau einer Kapelle an diesem Ort an. Zudem wollte er sein weiteres Leben in der Einsamkeit der Kapelle verbringen.

Zurückgekehrt nach Bayerbach erhielt Grienwald von Beuerbachs Besitzer die Bauerlaubnis. Doch auf Grund des 30jährigen Krieges und der Pest musste sich Grienwald nach Österreich zurückziehen. 1634 starb Schloßherr von Eßwurm. Grienwald kehrte nach dem Abklingen der Pestseuche 1639 nach Bayerbach zurück, um sein Gelübde zu erfüllen. Der neue Besitzer Bayerbachs, Wolfgang Wilhelm Ehrenreich von und zu Etzenberg, glaubte an Grienwalds wundersame Heilung erst, als dieser sie in Passau durch ein Beglaubigungsschreiben hatte bestätigen lassen. Daraufhin bestätigte Etzenberg die Schenkung seines Vorgängers und Grienwald erbaute am Fundort des Marienbildes 1640 vorerst eine Holzkapelle. Einige Jahre später konnte der Bau der Wallfahrtskirche beginnen. Als im Jahre 1643 ein Gesandter von Papst Urban VIII, der Kapuzinermönch Anton Marian, durch Bayerbach kam, erfuhr er von der neu aufblühenden Wallfahrt nach Langwinkl. Er zelebrierte eine heilige Messe in Langwinkl, doch Grienwalds Gnadenbild war nicht aufzufinden. Man vermutet, dass es heimlich zu einem Schwerkranken getragen wurde. Daraufhin schenkte der päpstliche Legat der Kapelle ein Marienbild nebst mehreren Reliquien. Während der Bauzeit der Kirche, im Jahre 1649, starb Grienwald als Opfer der Pest. Dennoch wurde unter der Obhut Etzenbergs die Kapelle fertiggestellt und 1686 durch Weihbischof Johannes Maximus eingeweiht.

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Dem Stil nach muss die gefällige Frühbarockanlage von Bartholomä Viscardi erbaut worden sein. Sie ähnelt der Klosterkirche St. Salvator und dem Vilshofener Stadtturm, die zur selben Zeit von Viscardi erbaut wurden. Von außen zeigt das verputzte Kirchlein eine lebhafte Pilastergliederung. Der Turm hat einen fünfstöckigen quadratischen Unterbau und ist mit einer Zwiebelkuppe abgeschlossen. Im Inneren zieren reichhaltige Stukkaturen und eine Vielzahl von Deckengemälden die Kapelle.

In den Deckengemälden werden Geburt, Tod und Himmelfahrt Mariä dargestellt. Der barocke Hochaltar stammt aus der Zeit um 1680 bis 1690. Auf marmornem Unterbau erhebt sich ein stattlicher Stuckaufbau mit zwei Säulen und geschweiftem Gebälk. Den Hintergrund bildet ein Stuckvorhang, der von zwei Hermenenengeln unterhalb des Altargebälks gerafft wird. Zwei lebensgroße Seitenfiguren, St. Leonhard und St. Antonius, flankieren das neuere Altarblatt Mariä Heimsuchung (19. Jahrhundert). Der rechte Seitenaltar aus dem Jahre 1675 stellt St. Anna und Maria mit dem Jesukind dar. Der linke Seitenaltar aus dem Jahre 1730 ist Frührokoko. Er stellt in seinem Altarblatt St. Elisabeth dar.

Das ursprüngliche Altarbild Grienwalds ist heute nicht mehr vorhanden, ebenso wie das Altarbild, das einst der päpstliche Legat der Wallfahrtskirche schenkte. Die Darstellung der Maria mit dem Kind, eine 18 cm hohe Terracotta-Statue verschwand in den Wirren des ersten Weltkriegs. Heute steht an ihrer Stelle eine vergoldete, monstranzartige Kapsel in der Nische des Tabernakels am Hauptaltar, eine Nachbildung dieses Gnadenbildes. Im Turm der Langwinklkirche rufen noch heute zwei Glocken aus den Jahren 1715 bzw. 1716 zum Gebet.

Das Patrozinium der Kirche Mariä Heimsuchung wird am 2. Juli gefeiert. 

 

  

Kapelle St. Margarethe Huckenham

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Wer sich Bayerbach vom Westen her nähert, entdeckt schnell den uralten Kirchenbau mit niedrigem Turm und unverputztem Back- und Bruchsteinmauerwerk – das Margarethenkirchlein zu Huckenham. Die Huckenhamer Kirche ist eines der ältesten Baudenkmäler Niederbayern. Sie war bereits um 1200 erstmals urkundlich erwähnt. Sie diente damals den „Edlen von Huginhem“ als Schlosskapelle. Aus dieser Zeit ist auch bekannt, dass es mit der Pfarrkirche von Birnbach vereinigt wurde. Zur Pfarrei Bayerbach, der es heute angehört, wechselte es erst 1897.

Das heutige Aussehen des Gotteshauses wurde in den Jahren um 1450 wesentlich geprägt und unter Mitbenutzung der romanischen Bauelemente nach Osten erweitert sowie im gotischen Stil umgebaut. Auch mit dem heutigen Rippengewölbe soll es zu dieser Zeit versehen worden sein. Als romanische Bestandteile wurden die Südmauer mit ihren schießschartenähnlichen Fenstern, vielleicht auch die Nordmauer des Schiffs beibehalten. 1468 erfolgte die Einweihung der so umgebauten Kirche.

Knapp 200 Jahre später, zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, soll die Kirche von den Schweden in Brand gesteckt worden sein. Eine Inschrift am Bundwerk des Dachstuhls mit der Jahreszahl 1674 lässt auf einen Wiederaufbau zu dieser Zeit schließen. Der frühere spitze Turmhelm wurde durch eine barocke Haube ersetzt. Aus dieser Zeit, 1670 bis 1680, stammt der heutige Hauptaltar. Möglicherweise wurde der frühere gotische Altar durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen. Einzelne Figuren vom gotischen Altar schmücken weiterhin das Kirchlein und sind bis heute erhalten geblieben. Von einer gotischen Glasmalerei im Chorfenster, welche die heilige Katharina darstellt, ist heute leider nur noch eine Kopie erhalten, das Original wurde 1908 veräußert, für ganze 5 Mark. Auch eine spätgotische Madonna wurde 1908 verkauft, konnte aber wieder zurückgebracht werden.

Anfang des 19. Jahrhunderts war der Fortbestand des Kirchleins arg gefährdet. Zwar wurde es von der Säkularisation verschont, da es keinem Kloster zugehörte, jedoch brachte am 16. Juli 1806 ein Sturm die Kuppel des Kirchturms zum Einsturz. Da die Kirche aus den Ertragnissen des eigenen Vermögens nach Meinung des königlichen Rentamtes zu Griesbach für eine Reparatur des Turms nicht imstande gewesen wäre, beantragte es den Verkauf der Kirche. Weiter wurde festgestellt, dass das Kirchlein ganz entbehrlich und abzubrechen war. Da auch der Pfarrer der Mutterkirche Birnbach diesen Plänen zustimmte, schien der Abbruch besiegelt zu sein. Das Vermögen des Kirchleins wurde dem gänzlich mittellosen Pfarrgotteshaus zu Uttlau einverleibt. Am 28. April 1807 war es dann soweit. Das Kirchlein wurde für 110 Gulden an Pfarrer Norbert Pechmann von Uttlau versteigert, der das einzige Gebot abgegeben hatte. Gleichzeitig übernahm er damit die Auflage, die Kirche „zu demolieren“. Das Abbruchmaterial sollte zum Bau eines Schulhauses in Birnbach verwendet werden.

Mit dem Tod von Pfarrer Pechmann, der, nie an einen Abbruch dachte, ging die Zeit der rechtmäßigen Besitzer der Kirche zu Ende. In der Folge kümmerte sich der damalige Mesner in vorbildlicher Weise um das Bauwerk. Er ließ auf eigene Kosten sogar ein Pflaster aus Sollnhofer Platten hineinverlegen. Die Turmspitze erhielt einen neuen Dachstuhl. Mit Schneidschindeln eingedeckt. Fünf Bauern aus der Umgebung kümmerten sich freiweillig um den Unterhalt, renovierten die Kirche im Jahre 1827, und ließen im Jahr 1838 sogar eine neue Glocke mit der Inschrift „S. Margaretha ora pro nobis – Der Gemeinde Huckenham gehörig“ gießen. Beide Glocken sind nicht mehr vorhanden. Sie fielen den Ablieferungen der Weltkriege zum Opfer.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wollte keiner für den Unterhalt des Kirchleins aufkommen, ja es wurde vielmehr als störend und überflüssig empfunden. So lehnten im Jahre 1910 die Nachkommen jener fünf Bauern, die im vergangenen Jahrhundert für das Kirchlein gesorgt hatten, jegliche Ausgaben zum Unterhalt ab. Der Verfall machte weitere Fortschritte, und nach dem Ausbruch des ersten Weltkrieges fand im Jahre 1914 das vorläufig letzte Messopfer statt. Viele Jahre war der Bau verschlossen und es trat eine unvorstellbare Verwahrlosung ein. In dieser Zeit kam der Abbruchgedanke erneut zum Tragen. Am 21. November 1922 beschloss die Kirchenverwaltung den Abbruch des altehrwürdigen Kirchleins. Doch am Streit um den Erlös aus dem Abbruch des Kirchleins, für das seit Jahren niemand mehr etwas tun wollte, sowie an der Regierung von Niederbayern, besonders aber dem Landesamt für Denkmalpflege, scheiterte dieses Vorhaben. Für die notwendigen Renovierungsarbeiten am Dach – nur ca. 700 Biberschwanzziegel waren dazu nötig – wollte allerdings niemand aufkommen. Mit einem Zuschuss des Kultusministeriums von 300 Goldmark konnten die wichtigsten Reparaturen ausgeführt werden und der Abbruch abgewandt werden. Ein Antrag auf Abbruch wurde 1931 nochmals gestellt. Die Gemeinde Bayerbach wollte aus dem Abbruchmaterial ein Leichenhaus bauen, doch auch diesen Angriff überstand das Kirchlein.

Nach dem Krieg konnte 1949 der damalige Kreisbaumeister und spätere Landrat Winkler einen Staatszuschuss zur Behebung der dringendsten Gebäudeschäden erwirken. Die Abbruchgespräche früherer Jahre waren zu dieser Zeit erneut in Fluß geraten. Ein Jahrzehnt später, in den Jahren 1957 bis 1960, wurde auf Initiative des damaligen Keisheimatpflegers Goller aus Bad Griesbach eine umfangreiche Instandsetzung durchgeführt. Der Turm erhielt einen neuen Dachstuhl mit Turmkreuz, Mauerrisse wurden ausgebessert und neu verputzt. In einem unvorstellbaren Zustand der Verwahrlosung befand sich der Innenraum. Die beiden Altäre und die Kanzel sowie die schönen Figuren aus der dritten Kunstepoche wurden neu gefasst, Türen, Chorgestühl und Orgelempore abgebeizt und renoviert. Schließlich wurde das Kirchlein mit einer neuen Glocke versehen. Am 25. November 1960 konnte die Glocke zum ersten Gottesdienst nach 25 Jahren rufen. In den nächsten Jahrzehnten bemühte sich der Trachtenverein um die Reinhaltung der Kirche. Doch der Zahn der Zeit nagte weiter an den alten Gemäuern. Um es vor dem erneuten Verfall zu schützen, entwickelte der Trachtenverein Bayerbach in den 80er Jahren die Initiative zur erneuten Renovierung. Mit bescheidenen Mitteln begann man die dringendsten Schäden zu beheben. Viele freiwillige Helfer opferten ihre Freizeit.

 

Das Patrozinium der Margarethenkirche wird am 20. Juli gefeiert.

Aus Sicherheitsgründen ist die Margarethenkirche zu Huckenham zur Zeit leider nicht zugänglich.

 

 

Kapelle in Holzham

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Die Kapelle in Holzham wurde 1861 von Familie Meilhammer zu Gottes und der heiligen Jungfrau Lob und Ehr errichtet; so heißt es über der Eingangstüre. Fünf Jahre später wurde in den Bau eine Glocke integriert, und im Jahr 1917 stellte Benedikt Nemer den heutigen Altar auf. Die Kapelle war lange Zeit in Privatbesitz, ging aber um 1970 in den Besitz der Pfarrkirchenstiftung über. Damals wurde sie auch von den Dorfbewohnern aus Holzham und Kindlbach renoviert.

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