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Pfarrkirche Maria Himmelfahrt – Bad Birnbach

Was jedem Besucher von Bad Birnbach bei seiner Anfahrt als erstes auffällt, ist die mächtige Pfarrkirche, die die Alte Hofmark und das Badezentrum überragt.

Geschichte

Erstmals ist im 9. Jahrhundert eine Kirche in Birnbach erwähnt. In einer Urkunde der Zeit von 818 – 838 wird von einer „Una basilica ad Perinpah“ berichtet. Durch diese Kirche, die sicher anfangs nur aus Holz errichtet war, wurde Birnbach zum Mittelpunkt einer Pfarrei gleichen Namens. Nachweislich jedoch wird diese erst um 1200 urkundlich bestätigt.

Um 1160 wird die Birnbacher Kirche vom Passauer Domdekan Rubertus als seine Kirche bezeichnet. Er war offiziell zugleich Pfarrer von Birnbach und die Kirche in Birnbach dem Passauer Domkapitel zugehörig. Dies wird einem verständlich, wenn man die erste urkundliche Erwähnung Birnbachs beachtet, die besagt, dass am 24. Juni 812 Ruman und Gebhard, zwei Edelfreie, ihr Vermögen in Birnbach an die Passauer Bischofskirche übergeben haben. Im Jahre 1241 ist der erste namentlich bekannte Priester von Birnbach aufgeführt; es war der Magister Chuno, Notar des Pfalzgrafen Rapoto von Ortenburg. Seit diesem Zeitpunkt sind die Pfarrer von Birnbach fast lückenlos namentlich bekannt.

Die heutige spätgotische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt wurde 1483 erbaut und musste im Jahr 1675 nach einem Brand erneuert werden. 1695 wurden von Hofmarksherrn Freiherr von Schmid die Reliquien des heiligen Chrysanthus aus Rom nach Bad Birnbach gebracht. 1734 lies Caspar von Schmid die Chrysanthikapelle im Rokoko-Stil, vermutlich als Grabgelege für seine Familie gedacht, anbauen. Bereits 1706 beschädigte eine Feuersbrunst den an der Südseite positionierten Kirchturm so stark, dass dieser bis auf zwei Geschoße abgetragen und schließlich 1772 ganz abgebaut wurde. Er wurde 1828 durch einen klassizistischen, 42,15 Meter hohen Turm an der Ostseite ersetzt. Im Laufe der Zeit veränderte die Pfarrkirche ihr Aussehen. So wurde in den 1880er Jahren der Innenraum im Stil der Neogotik gestaltet. Aus dieser Zeit stammt auch der Hochaltar, der die Krönung Mariens zeigt. Im Laufe der Zeit änderte sich jedoch das ästhetische Empfinden. So wurde bei einer Innenrenovierung 1949 unter Pfarrer Peter der Überschwang der Neogotik zurückgenommen und die heutige spätgotische Farbfassung geschaffen. Von 2012 bis 2014 wurde in zwei Abschnitten eine umfassende Innenrenovierung durchgeführt. Die Kirche erstahlt seither wieder in frischen Farben, mit neuen Kirchenstühlen und Eingangstüren sowie einer neuen Heizung und Beleuchtung. Zudem wurden von den fünf Kirchenglocken drei Stahlglocken durch neue Bronzeglocken ersetzt. Mit den beiden vorhandenen Bronzeglocken ergibt sich nun ein wieder wohlklingendes Gesamtbild.

Hochaltar

Der Hochaltar wurde 1887 von Pfarrer Paul Sammereyer aus Triftern anlässlich seines 35-jährigen Primizjubiläums in seiner Heimatpfarrei Birnbach gestiftet. Der neugotische Altar erhebt sich in klarer Dreiteilung von Pedrella, Retabel mit Hauptnische und Seitenkomparti-menten sowie zuoberst das Gesprenge. Den Mittelpunkt des ganzen Altarwerkes bildet das Relief „Mariä Krönung“. Die Szenerie wird umrahmt von Engeln und Gottvater. Seitlich des Altarreliefs haben in zwei gewölbten Nischen links der hl. Johannes Nepomuk und rechts der hl. Franz Xaver ihren würdevollen Platz erhalten. Mit den Evangelistenfiguren darüber beginnt bereits der Aufbau des feingliedrigen Sprengwerks, an dessen Spitze der Engelsfürst Michael wacht. Begleitet wird er von den beiden Erzengeln Raffael und Gabriel, die jeweils neben ihm Platz gefunden haben.

Marienkapelle

Die Marienkapelle birgt mit der neugotischen Darstellung Marias mit dem Leichnam Jesu Christi und den Heiligen Leonhard und Franz von Assisi den Mittelpunkt des ursprünglich 1891/92 hier aufgestellten Muttergottes-Altars. Gegenüber befindet sich ein überlebensgroßes Barockkreuz aus dem frühen 18. Jahrhundert. Links und rechts davon erinnern Gedenktafeln an die in den beiden Weltkriegen gefallenen Mitbürger. Etwa in der Mitte der Marienkapelle steht der neugotische Taufstein.

Chrysanthikapelle

An der Nordseite des Kirchenschiffes ließ der Hofmarksherr Freiherr von Schmid 1734 die jetzige Chrysanthikapelle anbauen, vermutlich als Grabgelege für seine Familie. Hinweis darauf ist eine Kartusche mit dem Ehewappen der Freiherren von Schmid-Echingen zu Balzheim über dem Triumphbogen. Diese Seitenkapelle beherbergt die Reliquien des Katakombenheiligen Chrysanthus aus Rom, die auf Bitten des Freiherrn von Schmid 1695 vom Kloster St. Salvator nach Birnbach überführt wurden und zunächst in der Mitte des Presbyteriums ihren Platz fanden. Bei der Renovierung 1949 hatte man den Reliquienschrein des hl. Chrysanthus der Pfarrei Wallersdorf übereignet. An seine Stelle wurde die Bruder Konrad Statue gestellt. Am 25. Oktober 1976 wurden jedoch die Reliquien wieder zu ihrem ursprünglichen Platz zurückgeführt und befinden sich seit dem in einem Glassarkophag.

Kanzel

Die Kanzel, die im gleichen Stil und in gleicher Fassung wie der Hochaltar gehalten ist, wurde 1888 aufgestellt. Sie zeigt an den vier freien Seiten die vier evangelischen Gleichnisse, vom guten Hirten, der Bergpredigt, dem reichen Fischfang und dem Sämann. Der Hintergrund an der Darstellung des Sämanns zeigt sinnigerweise die Birnbacher Kirche mit dem ehemaligen Maria-Ward-Kloster. Das gesamte Werk ist von großer Schönheit.

Empore/Orgel

Am westlichen Ende der Kirche befindet sich die zweigeschossige Empore mit der Orgel. Das erste Stockwerk verfügt über 100 Sitzplätze und wird traditionell überwiegend von den männlichen Gottesdienstbesuchern in Anspruch genommen. Seit 1970 erklingt von der obersten Empore die Eisenbarth-Orgel aus Passau. Die Brüstungen sind jeweils mit neugotischem Blendmaßwerk geziert.

Patrozinium

15. August

 

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St. Johannes der Täufer – Aunham

Geschichte

Bereits Mitte des 12. Jahrhunderts wurde in Aunham das Johanneskirchlein erbaut. Als bischofseigene Kirche war Aunham die einzige legitimierte Taufkirche im ganzen Umkreis. Sie galt somit als Kultstätte der Christianisierung im Rottal. Das jetzige spätgotische Gotteshaus stammt vom Ende des 15. Jahrhunderts. Von der alten Kirche existiert noch ein Glöcklein, vermutlich aus dem 14. Jahrhundert, ohne Zier und ohne Umschrift. Der Turm wurde im Stil der Neugotik erhöht und beherbergt zwei Glocken aus dem 14. bzw. 15. Jahrhundert, die zu den ältesten im Landkreis Rottal-Inn zählen.

Bauwerk

Der etwas eingezogene Chor umfasst zwei Joche und den Schluss in drei Achteckseiten. Das Langhaus hat drei Joche. Nördlich am Chor befindet sich die Sakristei. Im Chor und Langhaus sehen wir ein wertvolles Netzgewölbe. Im Langhaus befindet sich die zweischiffige, unterwölbte Westempore. Die gemauerte Emporenbrüstung ist durch Lisenen gegliedert. An der nördlichen Seitenwand befindet sich ein interessantes Wandfresko, welches die drei Märtyrer zeigt. Im Ostfenster des Chores ist eine gemalte Rundscheibe mit bayerischem Rautenwappen auf Tartsche zu sehen (um 1500).

Hochaltar

Der barocke Hochaltar entstand um 1707. Zwei auf Stühlen mit Engelsköpfen stehende, kannelierte Säulen flankieren das Altarblatt, das die Enthauptung des hl. Johannes des Täufers zeigt. Die Seitenfiguren sind laut rückseitiger Inschrift ebenfalls 1707 angefertigt worden und stellen Johannes den Täufer und Johannes Evangelist, das Oberbild der Taufe Christi, dar.

Seitenaltäre

Die Seitenaltäre stammen aus dem Jahr 1670. Auf dem Altarbild im Süden sehen wir die Hl. Barbara, im Norden den hl. Sebastian; darüber jeweils die Oberbilder, die hl. Maria bzw. Gottvater.

Patrozinium

24. Juni

 

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St. Peter und Paul – Schwaibach

Geschichte

Bereits um 1220 gab es in Schwaibach eine Burgkapelle der Adeligen von Neudeck, die dem hl. Petrus geweiht war. Die jetzige Kirche ist eine schlichte gotische Anlage des 14. Jahrhunderts. 1558 wird geschichtlich erwähnt, dass sie zur Pfarrei Birnbach gehört.

Bauwerk

Der eingezogene, quadratische Chor ist von barockem Kreuzgewölbe auf Gesimsstücken umspannt. Das Schiff mit zwei Fensterachsen ist dagegen flach gedeckt. Chorbogen, Fenster und Portal auf der Südseite sind spitzbogig. An der Südseite des Schiffes steht der quadratische Turm, in dessen Untergeschoss sich die Sakristei mit einfachem, gotischem Sterngewölbe befindet. Der Turm, dessen Unterbau Bruchsteinmauerwerk zeigt, ist ungegliedert und hat ein Satteldach mit neuen Zinnen.

Hochaltar

Dieses schwungvolle Rokoko-Stuckwerk von J. B. Modler ist in seiner wohlüberlegten Komposition von der Hierarchie geistlicher Würde bestimmt, um bewusst der damaligen protestantischen Herrschaft in Neudeck entgegenzutreten. Voluten und Rocaillen hat Modler hier zu Gliederungselementen stilisiert, die in ihrer Kolossalität dem Altar den Charakter eines festlichen Triumphtors geben. Seitlich über den geschwungenen Rocaillen der Durchgänge zeigen heitere Engelchen die Insignien kirchlicher Würde. Rechts Mitra und Stab des Bischofs, links roter Kardinalshut mit dreibalkigem Kreuz. Dieses hat fälschlicherweise den Platz des Kardinalkreuzes eingenommen, das der päpstlichen Tiara über dem lebhaft geschweiften Gebälk beigefügt ist. Der Autorität des Papstes entspricht das biblische Gewicht der im farbenfrohen Stuckrelief dargestellten Schlüsselübergabe an Petrus, ein Werk, in dem Modler den Auftrag Jesu an Petrus, die christliche Gemeinde zu behüten, mit der Statthalterschaft Christi auf Erden gekonnt miteinander verbunden hat.

Seitenaltar

Der Seitenaltar wurde ungefähr gleichzeitig mit dem Hochaltar errichtet. Zwei Säulen und zwei Seitenfiguren zieren die Holzfigur „Maria Immaculata“. Im Aufsatz sehen wir Gottvater und Engel.

Patrozinium

29. Juni

 

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St. Vitus – Sankt Veit

Geschichte

Alles weißt darauf hin, dass Ritter das Kirchlein in Sankt Veit gestiftet haben. Da der Ort seinen Namen vom Kirchenpatron erhielt, ist anzunehmen, dass das Kirchlein vielleicht bereits bei der Niederlassung errichtet wurde. St. Vitus ist das älteste Gotteshaus in der Pfarrei. Der jetzige Bau ist eine kleine Anlage des 12. Jahrhunderts mit Bruchsteinmauerwerk ohne Sockel. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts erhielt das Kirchlein das niedrige spätgotische Gewölbe und die Fenster im damaligen Stil. Der neugotische Dachreiter ist von 1847. 1558 wird das Kirchlein schriftlich erwähnt.

Bauwerk

An das zweijochige Schiff schließt sich eine halbreisförmige, eingezogene Apsis an. Im Schiff selbst befindet sich niedriges, spätgotisches Netzgewölbe aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts. An der Ostseite der Apsis hat sich ein romanisches Rundbogenfensterchen erhalten. In der Westmauer sind kreisrunde Fensterchen aus der Erbauungszeit. Das Portal an der Südseite ist spitzbogig mit gestuftem Schräggewände. Die Eingangstür ist bestückt mit wertvollen spätgotischen, schmiedeeisernen Beschlägen.

Hochaltar

Frührokoko um 1730 bis 1740. Zweisäulenaufbau mit Laub-, Band- und Gitterwerk. Das Altarbild stellt den hl. Vitus im Ölkessel dar. Im geschweiften Aufsatz ist das Gemälde des hl. Nikolaus zu sehen.

Seitenaltäre

Im Norden befindet sich der Altar mit dem Bild „Christus im Kerker“, welches auf Holz gemalt ist. Im Süden steht der Altar mit dem Holzrelief „Hl. Maria mit dem Kind“. Es handelt sich dabei jedoch um eine Kopie. Das Original aus dem Jahr 1500 befindet sich in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Bad Birnbach.

Kanzel

Die Kanzel wurde 1779 geschaffen. An den Seiten befinden sich die Gemälde „Der gute Hirt“ und „Die vier Evangelisten“.

Patrozinium

15. Juni

 

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St. Maria – Luderbach

Geschichte

Die kleine Privatkapelle in Luderbach wurde 1878 in neugotischem Stil zu Ehren Unserer Lieben Frau erbaut und 1879 eingeweiht. Ob das alte Edelgeschlecht des Ortes (Outo de Luterpach c. 1130) eine Eigenkapelle hatte, ist unbekannt. Die Stiftungsgeschichte ist auf einer Bildinschrift, die sich in der Kirche befindet, niedergeschrieben.

Patrozinium

8. September

 

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St. Ulrich – Lengham

Geschichte

Um das Jahr 1120 erbaute sich ein Rittergeschlecht in Lengham eine Ulrichskapelle, die im Jahr 1329 von den Herzögen von Niederbayern an das Kloster St. Salvator übergeben wurde. Die jetzige gotische Kirche ist aus dem 14. Jahrhundert; das Kirchenschiff ist jedoch älter und könnte bis zu jenen Rittern zurückreichen. Den Umbau hat vielleicht Chunrat der Ötlinger vorgenommen, der 1354 den Hof vom Kloster St. Salvator zu Erbrecht hatte.

Bauwerk

Die Kirche besteht aus einem nicht eingezogenen Chor mit Joch und Schluss in drei Achteckseiten. Der Chorbogen ist mit einem gotischen Rippenkreuzgewölbe ausgestattet. Das Schiff ziert eine flache Holzdecke. An der Südseite befindet sich die später angebaute Sakristei mit Rippenkreuzgewölbe. Der Turm steht an der Westseite des Schiffes. Er ragt zur Hälfte in die Kirche, ist zweimal quadratisch abgesetzt mit spitzbogigen Schallöffnungen und modernem Spitzhelm.

Hochaltar

Der Hochaltar, errichtet um die Mitte des 17. Jahrhunderts, ist mit zwei rebenumrankten Säulen umgeben. Statt eines Altarbildes steht in der Mitte des Altares die spätgotische Holzfigur des hl. Ulrich (um 1480). Im Schiff befindet sich außerdem die Figur des hl. Leonhard sowie eine spätbarocke Figur des hl. Sebastian. Die barocke Kanzel besteht aus dem polygonen Korpus und den Ecksäulen.

Patrozinium

4. Juli

 

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Holzkapelle

Die Holzkapelle in der Lugenz wurde Anfang des 18. Jahrhunderts auf Wunsch der damaligen Arterhofbäuerin errichtet, welche auf einer Wallfahrt nach Sammarei ein Gelübde ablegte, was wiederum zu dem Entschluss führte. Im 19. Jahrhunderts betete der Heilige Bruder Konrad von Parzham fast täglich in der Kapelle, weil er sich dort der Heiligen Maria besonders nahe fühlte. Der mündlichen Überlieferung nach fanden in der Kapelle zahlreiche Gebetserhörungen statt. Zum Dank stifteten viele Votivtafeln, die den Innenraum ausschmücken. Auch sollen Kranke nach ihrem Gebet in der Kapelle an die Hl. Maria von ihren Leiden erlöst worden und gesundet sein. Ein Holzbein sowie Krücken zeugen noch heute von den Ereignissen. Die besondere Energie des Ortes spiegelt sich auch in der am Stamm gewundenen Buche direkt neben der Kapelle wider. Von der Pfarrkirche aus geht man über den Kalvarienberg, der einen wunderschönen Überblick über das Rottal schenkt, wahlweise über den Waldlehrpfad oder über den Kreuzweg zur Holzkapelle mitten im Wald. Die vielen Wege, die darauf zu oder wegführen, zeigen, wie sehr die Kapelle geschätzt wird. Das Verweilen dort kann helfen, ruhig zu werden, sich zu besinnen und den richtigen Weg zu wählen.

 

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Der 2005 bei Schnell + Steiner herausgegebene Kirchenführer „Die Kirchen – Bad Birnbach“ ist im Pfarramt und am Schriftenstand der Pfarrkirche für 2,80 € erhältlich. Mit zahlreichen Farbabbildungen informiert er ausführlich über die Kirchen der Pfarrei Bad Birnbach.