Um 5 Uhr morgens feierte man in der voll besetzten Kirche Maria Himmelfahrt am Ostersonntag die Auferstehungsfeier. Dekan Dr. Wolfgang Schneider erläuterte zunächst draußen am Osterfeuer (entzündet von Feuerwehrkommandant Helmut Wagmann), daß Jesus bei dieser Feier in siebenfacher Weise begegnet: Im Dunkel der Nacht, im Feuer der Osterkerze, im Wort der Lesungen und des Evangeliums, im Wasser dem Zeichen des Lebens, im Brot und Wein, in der Gemeinschaft des Glaubens und in der Sendung zum Frieden. Anschließend segnete er das Osterfeuer, an dem er sogleich die Osterkerze entzündete. Begleitet von vielen Ministranten trug Dekan Schneider die brennende Kerze mit dem Verkündigungsruf „Lumen Christi“, was soviel bedeutet, wie das Christus das Licht, in die dunkle Kirche.
Während das Licht von den Ministanten an die mitfeiernde Gemeinde verteilt wurde, stimmte der Geistliche das Exsultet, den Lobpreis des Lichtes, an.
Im folgenden Wortgottesdienst lasen die Lektoren Dagmar Feicht und Maxi Ortner die Lesungen. Dazwischen sangen die Kantoren Pastoralassitentin Teresa Aigner und Organistin Dr. Hannelore Putz.
In seiner Predigt erinnerte Dekan Dr. Wolfgang Schneider an die Darstellung der Kindergartenkinder vom vergangenen Palmsonntag, insbesondere an den schweren Stein, den ein Junge zum Altar brachte. „Der Stein zeigt uns, wie schwer der Grabstein, von dem im Markusevangelium die Rede ist, wiegt – innerlich und äußerlich. Der Stein lastet auf dem Gemüt der Seele und oft brechen Menschen unter ihrer Alltagslast zusammen“, sagte er. Auch gibt es Steine, die auf dem Osterglauben lasten, führte er weiter aus, wie z.B. der Stein des Unglaubens um einen herum, der Stein der Gleichgültigkeit, der Stein der Gier oder der Stein des Leidens, das wir miterleben. Diese Lasten kann man nicht einfach übergehen, aber wir dürfen uns vom österlichen Licht erfüllen lassen. Auferstehung heißt nicht, daß die Lasten, dargestellt durch die Wunden des Auferstandenen, nichtig sind, sondern vielmehr daß alles verwandelt wird. So wie die Frauen, von denen im Evangelium die Rede ist, sollen auch wir weitergehen, damit unsere Geschichte mit dem Auferstandenen weiter gehen kann.
Zum Schluß der Predigt erinnerte er nochmals an den Jungen mit dem Stein. „Wir können von ihm lernen: durchzuhalten, das Ziel nicht aus dem Blick zu verlieren, nicht sitzen oder stehen zu bleiben, wenn es schwierig wird. Denn wir sollen und dürfen uns nicht vom Leben abhalten lassen, wir sollen neugierig aufs Leben bleiben, der Sehnsucht nach dem Ewigen Raum geben, einander die Lasten des Lebens tragen helfen – das ist das Leben in der österlichen Hoffnung“, schloß der Geistliche seine tiefsinnige Ansprache.
In der sich daran anschließenden Tauffeier sang Kantorin Aigner zunächst die Allerheiligenlitanei. Dekan Schneider weihte sodann das Taufwasser und besprengte damit nach der Erneuerung des Taufversprechens die Gemeinde.
Zum Vater unser versammelte Dekan Schneider die mitfeiernden Erstkommunionkinder um den Altar.
Am Ende des Gottesdienstes wurden die mitgebrachten Speisen gesegnet, bevor Dekan Dr. Wolfgang Schneider mit dem traditionellen Osterwitz die Lacher auf seiner Seite hatte.
Nach dem feierlichen Segen waren alle Mitfeiernden noch ins Pfarrheim Bruder Konrad eingeladen, wo die BRK Bereitschaft ein leckeres Osterfrühstück vorbereitet hatte.
 
Das Foto zeigt Dekan Schneider zusammen mit den Ministranten am Osterfeuer.
 
Olivia Schwate