24 junge Christen haben in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt das Sakrament der Firmung empfangen. Das Besondere daran: Es war die erste Firmung mit 16 Jahren im Pfarrverband und eine der ersten in der ganzen Diözese. Wohl auch aus diesem Grund kam Bischof Dr. Stefan Oster als Firmspender in den Kurort.

Als der Kirchenzug in der Pfarrkirche eingetroffen war, übernahm Pastoralassistentin Teresa Aigner die Begrüßung. Neben den Firmlingen hob sie die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden und Kirchenpfleger heraus. Sie hätten die Entscheidung „Firmung mit 16“ mitgetragen, sagte sie.

„Ich bin ein Anhänger der Firmung mit 16“, betonte Bischof Oster eingangs. Es gehe um die eigene Überzeugung, um das eigenständige „Ja“. Er lobte Diakon Mario Unterhuber, Pastoralassistentin Teresa Aigner und Oberministrantin Laura Egginger für ihr Engagement in der Organisation und bezog sich dabei auf den Bericht der PNP zu den Vorbereitungen auf das große Ereignis. Die Firmlinge waren natürlich in den Gottesdienst eingebunden, sei es bei der Lesung oder auch bei den Fürbitten. Das Evangelium verkündete Diakon Mario Unterhuber.

Seine Predigt hielt Bischof Oster nicht an üblicher Stelle. Er schnappte sich ein Mikrofon und machte sich auf den Weg mitten unter die Firmlinge. „Die Wahrheit ist: Wir sind doch alle nicht gut in Beziehungen“, zitierte er den amerikanischen Schauspieler Brad Pitt nach dessen Ehe-Aus mit Angelina Jolie. „Hat er Recht?“, fragte der Bischof und lieferte selbst zwei Antworten. Nein, weil jeder erfahren dürfe, dass es gute, gelungene Beziehungen gebe. „Wir Christen glauben, dass der Mensch für Beziehungen geschaffen ist“, so der Bischof. Aber Brad Pitt habe auch Recht. „Wir alle haben erfahren, dass Beziehungen auch zerbrechen können“.

Er machte auch aus, warum sich manchmal gerade Liebesbeziehungen so schwierig gestalten. „Weil wir glauben, es läuft von alleine“. Die großen Gefühle seien irgendwann nicht mehr ganz so euphorisch. „Dann beginnt das, was wir Liebe nennen – treu bleiben auch dann, wenn es schwierig wird“, sagte er. Der Heilige Geist sei dabei wie ein Art Trainer. „Er ist der Meister der Beziehungen“, betonte Oster. „In Beziehung zu Gott sind wir alle nicht die Helden von Anfang an“.

Doch er erinnerte an zwei Sätze von Jesus aus dem Evangelium. „Jesus sagt: Ich will, dass meine Freude in euch ist und er sagt: Ich bin euer Freund“. Ein Aspekt von Freundschaft sei, den Gottesdienst zu besuchen, mit Jesus in Verbindung zu bleiben. „Das will geübt werden“, meinte er – auch mit dem Gebet, mit dem Lesen der Bibel oder mit Gesprächen über den Glauben.

An der Schwelle zum Erwachsenwerden richtete er mahnende Worte an die Firmlinge: „Bei keinem läuft das Leben glatt bis zum Ende“. Es gebe aber immer einen inneren Ort, wo wir daheim sein dürfen. „Lernen wir, gut in Beziehungen zu sein mit dem Beziehungsmeister an unserer Seite“, empfahl er den Firmlingen. Danach spendete der Bischof das Sakrament der Firmung, wobei er sich für jeden Firmling Zeit für einige persönliche Worte nahm.

Am Ende des Gottesdienstes dankte Dekan Dr. Wolfgang Schneider vielen Mitwirkenden, besonders dem Jugendchor „Klangart“ für die gelungene musikalische Umrahmung, Teresa Aigner und Mario Unterhuber für die Vorbereitungen und Laura Egginger für ihr Engagement. „Es war ein Vergnügen, mit Ihnen Firmung zu feiern“, sagte er zu Bischof Dr. Stefan Oster. Anschließend gab es im Pfarrheim Bruder Konrad einen Empfang für die Firmlinge und ihre Paten.

Das sind die ersten Firmlinge mit 16: Isabel Ziegler, Christine Kalhamer, Laura Unterhuber, Sophia Brummer, Katharina Hebestadt, Lukas Stinglwagner, Susanne Waldemer, Lena Mareder, Sophia Baumgartner, Simon Wellnhofer, Julian Maiereder, Tom Berger, Lukas Huber, Luisa Frankenberger, Selina Hofer, Simon Kriegel, David Schreiner, Felix Waldemer, Jonas Hölzl, Johannes Weidinger, Korbinian Weigl, Julian Schwate, Elias Hölzl und Bastian David.

Bericht: Viktor Gröll

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