Der Katholische Frauenbund hat mit vielen Gästen sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. 

Der Tag begann mit einem Sektempfang im Bayerbacher Bürger- und Kulturhaus. Dann formierte sich der Kirchenzug. Den Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Petrus zelebrierte Domkapitular Msgr. Manfred Ertl gemeinsam mit Pfarrer Hans Heindl, Geistlichen Rat Martin Köglmeier und Msgr. Rudolf Kallmaier. 

Dankbar zurückblicken und staunen könne man bei diesem Jubiläum, sagte Ertl. Ebenso sei aber Verantwortung spürbar, angesichts der Veränderungen den Frauenbund in die Zukunft tragen zu wollen. Es werde schwerer, jemanden für den Verband zu gewinnen. Als offenes Geheimnis bezeichnete er es, dass mancherorts ein Frauenbund ruhe – weil niemand als Führungskraft gefunden wird. 

Ertl sprach Umbrüche und Veränderungen an, „und dann auch noch die Leere in der Kirche“. Es gebe genügend Anlässe um nachzudenken, wie es weitergeht. Ertl sprach von einem „Klimawandel in der Gesellschaft“. Angst vor Überfremdung, Gewalt oder Altersarmut würden Menschen in die Isolation treiben, oft sogar in Suchtmittel.

Papst Franziskus würden gerade Menschen am Rande der Gesellschaft am Herzen liegen. „Von Jesus haben wir den Auftrag bekommen, uns für sie ohne Berührungsängste einzusetzen“, sagte der Domkapitular und fügte an: „Christsein war und bleibt eine Herausforderung für jeden von uns.“ Es brauchte Frauen und Männer in die Kirche, die spüren ließen: „Mit Gott bist Du nicht allein.“ Großes Lob erhielt der Kirchenchor für die feierliche Umrahmung des Gottesdienstes. 

Nach der Messe führte ein Festzug – angeführt von den Ministranten und den Priestern – zum Gasthof zur Mühle. Dort sprach „Gründungspfarrer“ Martin Köglmeier von einer bewegenden Stunde“ und zitierte aus dem damaligen Pfarrbrief. Er blickte zurück, als sich bei der Gründung 63 Frauen sofort dem Frauenbund anschlossen und erinnerte an eine „kirchliche Aufbruchszeit mit glaubensfrohen Jahren nach dem zweiten vatikanischen Konzil“. Köglmeier sprach von einer positiven Emanzipation der Frau, die eine eigene Rolle in Kirche und Gesellschaft spielen wolle. Er erinnerte auch an große Aktivitäten, etwa den großen Markt, bei dem für die damalige Renovierung der Wallfahrtskirche Langwinkl 20 000 Mark gespendet wurden. 

Pfarrer Hans Heindl verwies darauf, dass Jesus nicht nur von männlichen Jüngern begleitet wurde, sondern vielmehr auch von den Jüngerinnen. Frauen seien die ersten Zeugen der Auferstehung gewesen, hätten als erste diese Botschaft verbreitet. Bereits in der frühen Gesellschaft hätten Frauen eine tragende Rolle eingenommen – jahrhundertelang auch in der Kirchengeschichte Auch heute würden Frauen der Kirche von Ort ein weibliches Gesicht gegeben. Heindl war es ein Anliegen, um junge Frauen für den Frauenbund zu werben, um dessen Zukunft zu sichern. 

Die stellvertretende Diözesanvorsitzende Gerda Stöfl aus Kößlarn erinnerte an die Gründung des ersten Frauenbundes 1903 in Köln und sechs Jahre später des ersten Zweigvereins im Bistum Passau. Sie ziehe den Hut vor jenen Frauen, die 1918 das Wahlrecht für Frauen durchgesetzt haben. Erst seit 1977 dürfe eine Frau ohne Erlaubnis des Mannes arbeiten, sagte sie. Bis heute gebe es unter anderem in der Arbeitswelt viele Bereiche, in denen Frauen benachteiligt würden. Auch deshalb sei der Frauenbund wichtig. „Wir bewegen Politik, Gesellschaft und Kirche“, sagte sie selbstbewusst. 

Frauen seien gesellschaftlich wie politisch unverzichtbar, unterstrich Bürgermeister Josef Sailer: „Setzt euch weiterhin für die Rechte der Frauen ein, es ist auch heute noch notwendig“, rief er dem Frauenbund zu. Abseits der politischen Bedeutung freute es sich außerdem über einen sehr aktiven Verein in der Gemeinde. Als „Motor“ des Bayerbacher Frauenbundes hob er die Arbeit von Vorsitzender Angela Harbeck hervor. 

Großworte kamen auch von Pater David Gabriel, der geistlicher Beirat des Frauenbundes ist. An die vielen Veranstaltungen erinnerte Dekanatsvorsitzende Veronika Kaiser in ihrem Grußwort. 

Angela Harbeck zufolge besteht der Zweigverein heute aus 115 Frauen  und sei eine starke Gruppe im Ort. „Das ist der Erfolg kontinuierlicher Vereinsarbeit.“ Sie führte den Frauenbund seit 1994. 

Beim Jubiläum des Frauenbundes waren mehrere Frauen dabei, die seit der Gründung im Jahr 1969 im Verein aktiv sind. Sie wurden für Ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt. Abschließend zeigte Anita Spermann einen Rückblick auf 50 Jahre Frauenbund in Bayerbach.

Viktor Gröll

Weitere Bilder vom Jubiläum des Katholischen Frauenbundes finden Sie hier.